Fernsehen


-----

Ausgangssituation
Zeit Sparen
Fernsehen, aber richtig
Die Superglotze
Nachtrag
Wartungsarbeiten
Das Innere des LNB


-----
 

   

Ausgangssituation

Dreizehn Jahre (1991 - 2004) habe ich auf Fernsehen verzichtet. Im Ernst, ich hatte keinen Empfänger. Wohl aber einen Video-Monitor (ist übrigens teurer als ein Gerät mit Tuner und hat nicht mal 'ne Fernbedienung), zwei Videorekorder ohne Tuner und irgendwann auch einen DVD-Player. Mit dem Videorekorder hab ich hauptsächlich Hörspiele aus dem Radio aufgenommen. Einen Kassettenrekorder kann man nämlich nicht programmieren - und er kann keine 3h Sendungen aufzeichnen. Auf eine 240er Kassette für damals 5DM krieg ich in Longplay 8h in hervorragender Qualität.
Aus der Videothek hab ich mir die Filme ausgeliehen, die ich sehen wollte. Das war letztendlich sogar billiger als die TV-GEZ-Gebühr.  

   

Zeit Sparen

Viele Leute kaufen sich einen leistungsstarken Wagen, damit sie schneller von A nach B kommen. Um Zeit zu sparen. Aus dem gleichen Grund gibt es Spülmaschinen, Mikrowellenherde und Fast Food Restaurants. Aber wer viel Zeit spart müsste ja eigentlich auch viel Zeit haben. Merkwürdigerweise haben Leute mit Mikrowellen und leistungsstarken Autos fast nie Zeit. Die verbraten sie wahrscheinlich abends vor dem Fernseher. Dann wird von Kanal zu Kanal gezappt, in der Hoffnung, etwas an Unterhaltung zu finden, das erträglich ist. Und viel Zeit geht in das Dulden von Werbung. Wenn ich also auf der Autobahn geschickt drängeln würde, könnte ich früher zu Hause sein und mir noch mehr Waschmittelwerbung reinziehen!  

  In meiner Freizeit will ich mich erholen (von was auch immer), oder etwas erleben. In den 80ern habe ich teilweise richtig viel Fern gesehen. Irgendwann habe aber auch ich kapiert, dass Fernsehen absolut keine Erholung und auch kaum ein Erlebnis ist. Es kann halt ganz amüsant sein. Man kann dabei abschalten. Was nichts weiter bedeutet, als sich selbst davon abzuhalten, sich mit eigentlich zu erledigenden Dingen oder etwas wirklich interessantem zu beschäftigen.
Statt selbst etwas zu erleben, hänge ich vor der Kiste und sehe zu, wie Andere etwas spannendes erlebt haben. Dieses Erlebnis wird jedoch stark getrübt durch die Unterbrechung spannender Unterhaltung mittels Werbung. Während ich zusehe, wie irre es in der Welt hinter der Mattscheibe zugeht, werde ich immer wieder in die öde Realität zurückgeholt.
Wenn man Nachwuchs hat, ist Fernsehen doppelt anstrengend: Was tun, wenn bei einem packenden Film das Baby schreit? Hoffen, es beruhigt sich. Hoffen, die gerade sehr spannende Szene werde gleich zu Ende sein - und dann kümmere ich mich. Hoffen jemand anderes kümmert sich. Auf jeden Fall ist man dann im Stress. Also keine Erholung. Gleich fängt der Film an; warum will das Kind gerade heute nicht einschlafen?. Stress für Alt und Jung!  

   

Fernsehen, aber richtig

Ein TV kommt also eigentlich nur in Kombination mit einem Videorekorder in Frage. Heute aufzeichnen, irgendwann gucken. Bei Geschrei Pausentaste. Bei Werbung Fast Forward.
Es ist aber kaum praktikabel, dies mit einem normalen VHS-Rekorder zu machen. Entweder ist keine leere Kassette da, oder man muss sich entscheiden, welche man überspielen will. Das Ding muss unter Zuhilfenahme der Programmzeitschrift aufwendig programmiert werden. Und bei Sendungen, über die am nächsten Tag geredet wird, muss ich ja erst warten, bis die Aufnahme beendet ist, bis ich sie sehen kann.
 

Die Superglotze

Hier schon mal ein völlig unspektakuläres Bild von einem TV-Monitor der Teil eines super TV-Gerätes ist.  

[Bild(13.0k)]

 

  In 8/2004 hatte die Zeitschrift c't aus dem Heise Verlag eine CD als Beilage, mit der man einen PC zum Videorekorder machen kann. Das Ding kann alles, was man zum richtigen Fernsehen braucht. Da ich noch einen Celeron-400MHz Rechner rumstehen hatte, wurde ich weich. Abstimmung mit der Familie: Wollen wir Fernsehen anschaffen? Antwort: Die Kinder wollten nicht (!), meine Frau schon und damit waren die Kinder überstimmt.
Also: Sat-Schüssel, LNB und TV-Karte für den PC besorgt. Software installiert. Da ich keine Ahnung hatte, wie die Software zu bedienen ist, wie man die ganzen Frequenzen und Sender einstellt und was man tun muss, um überhaupt erst mal ein Bild zu bekommen, habe ich die Schüssel auf dem Gartentisch montiert, das SAT Kabel ins Wohnzimmer geworfen und alles angeschlossen. Als ich mit dem Kompass die Ausrichtung der Schüssel genau einstellen wollte, hörte ich die Kinder aus dem Wohnzimmer schreien, ich sollte das lassen, das Bild wäre jetzt weg. Ich war echt erstaunt. Der ganze Klumpatsch hatte auf Anhieb einfach so funktioniert. Ein Hoch auf die Software-CD!  

  Inzwischen ist der PC in den Keller gewandert.  

[Bild(12.9k)]

Er hängt unter der Decke des Wohnzimmers, rauscht vor sich hin und versorgt TV-Monitor und Stereoanlage mit seinen Signalen. Die Fernbedienung, der Power-Schalter und die Power-Led wurden verlängert  

[Bild(4.0k)]

und ein LAN-Kabel ins Arbeitszimmer gezogen, damit ich vom PC aus Sendungen programmieren kann.  

[Bild(3.8k)] [Bild(6.6k)] [Bild(5.8k)] [Bild(14.3k)]

 

  Fernsehen ist jetzt erträglich: Das Gerät nimmt alles Mögliche an interessanten Sendungen auf. Ist die Platte voll, verschwinden ältere Aufnahmen. Man kann Filme einfach zeitversetzt sehen. Und das Beste ist: mit dem integrierten NoAd Tool sieht sich der PC fertige Filme an und setzt Sprungmarken, wo er Werbung vermutet. Kommt ein Werbeblock, muss ich nicht mehr 6-8 Minuten Pinkelpause machen, sondern nur auf die 8 der Fernbedienung drücken. Schon wird ans Ende der Werbung gesprungen. Echt genial.
Die Bedienung ist sau einfach. Dass dort ein Linux werkelt, merkt keiner in der Familie.
[Bild WAF-Gruen]

Nach wie vor ziehe ich es jedoch vor, selbst etwas zu erleben, anstatt anderen dabei chipsfressendbiersaufenderweise zuzusehen. Aber manchmal fällt mir einfach nix besseres ein. Ob Fernsehen doch blöd macht?
-----
 

Nachtrag

Das mit dem LAN-Kabel quer durchs Haus hat sich als störend herausgestellt.
[Bild WAF-Rot]
Also hab ich eine Woche lang versucht, eine WLAN-Karte unter Linux auf dem VDR zum laufen zu bringen. Leider ohne Erfolg. Das Gemaule war übrigens groß, weil das Ding halt eine Woche nicht verfügbar war.
Jetzt hab ich mir ein zwei Lan-Über-Stromnetz Adapter bei Pollin bestellt ( Powerline Ethernet Adapter-Set ).  

[Bild(11.8k)]

Leider war einer bei Anlieferung kaputt. Also weiter warten.  


Lan Adapter sind gekommen. Einfach eingesteckt, Konfig-Software aufgespielt, als Passwort GEZfahnder eingegeben und fertig. Saugut: Es funktioniert einfach! Vom Keller bis unters Dach hab ich noch etwa 10MBit - das reicht allemal.
Jetzt kann ich die Strippe durchs Haus wieder einrollen.
[Bild WAF-Gruen]
 

 
-----
 

   

Wartungsarbeiten

 

  Nach 3 Jahren fing der Fernseher an zu mucken:
Nach dem Starten bleibt das Bild weg. Das Menü ist aber sichtbar. Aufzeichnungen sehen geht auch.  

  Erst hatte ich die Empfangskarte im Verdacht. Also habe ich den Rechner und die Kartenkontakte mal gründlich sauber gemacht. Das half aber nicht.  

  Also ist es entweder ein Wackler im Kabel (ich habe 2 Verbindungsstellen), oder der LNB.  

  Wegen der gerade laufenden Fußball-EM 2008 wird der Druck aus der Familie stärker - ich muss handeln! Da sich der LNB leichter tauschen läßt als das Kabel, habe ich Unvernunft vor Geiz walten lassen und den Kindern so'n überteuerten LNB aus dem Baumarkt besorgt.  

  Jetzt muss einer auf's Dach und schrauben. Umpf -Ich fühle mich da gar nicht wohl.  

  Gut, dass mein großer Fußball-Fan eine Kletterausbildung hat!  

[Bild(27.3k)]

Ich habe zusammen mit zwei guten Freunden (Mein Nachbar und 'ne Flasche Bier) im Garten gestanden und Regie geführt. Das ging prima, weil wir beide ein Fernglas hatten und so jeden Handgriff genau verfolgen konnten. Von uns gibt's leider kein Foto - auch wenn das bestimmt schön bescheuert aussah.  

  Testhalber habe ich mal durch das Fernglas fotografiert. Für freihändig aus der Hand war ich überrascht, wie gut das geht:  

[Bild(7.2k)]

 

  Seit dem LNB-Wechsel läuft der Fernseher wieder einwandfrei!
[Bild WAF-Gruen]

-----
 

   

Das Innere des LNB

Wenn ich schon mal 'nen defekten LNB in der Hand habe, muss ich den natürlich aufmachen. Unter dem Plastikdeckel ist ein Trichter mit 3 Ringen:  

[Bild(54.2k)]

Am Boden des Trichters steht ein kleiner Golddraht raus, dahinter eine T-förmige Platine  

[Bild(40.2k)]

Von hinten findet man 2 Trimmer unter dem Schutzlack.  

[Bild(66.5k)]

Die innen aber nix bewegen, sondern einfach einen bestimmten Abstand zur Platine haben.  

[Bild(82.7k)]

Auf der Platine ist dann wirklich noch ein wenig Elektronik:  

[Bild(84.7k)]

Und die Leiterbahnführung ist - wie bei HF üblich - irgendwie magisch.  

 
-----
 

Kommentieren
     
Startseite

Best view: use a W3C compatible HTML-browser.

Curious view: use an Editor!

Valid HTML 4.01! CSS ist valide!