
| Einleitung |
| Zu viel Motoröl |
| Waschmaschine erziehen |
| Platinentoaster |
| Heiße Küchenmaschine |
| Auspuffwechsel und astreiner Rostschutz |

Andauernd geht irgendwas kaputt. Und manchmal habe ich die Kamera dabei, wenn ich es wieder zurechtbiege. Damit ihr gemeinsam mit mir leiden könnt, habe ich also einiges davon abgelichtet und aufgeschrieben.

Mein Kollege bedauerte die fette schwarze Wolke, die beim Anlassen aus dem Auspuff meines Autos kam. "Braucht bestimmt viel Öl" mutmaßte er - Kolbenringe und so...
Nö, bisher war der Motor unauffällig. Aber wer weiß...
Also morgens vor dem Weg zur Arbeit rausgeschlurft, den Peilstab rausgezogen und folgendes gesehen:
Jau, da fehlt 'nen halber Liter. Also den Ölkanister rausgekramt und so Pi mal Auge ordentlich nachgefüllt. Stab abgewischt und neu gemessen.
Ärks! Jetzt bin
ich wach!
Das war wohl zu viel des Guten! Das ist mindestens ein halber Liter zu viel.
Hm, aber wie krieg ich den Schlabber wieder raus? Da wo er reingekommen ist...
... komm ich nicht mehr an ihn ran.
Die Ablassschraube rausdrehen ist auch keine gute Idee - Öl gehört nicht auf die Auffahrt. Bleibt natürlich noch das Absaugen durch das Peilstabrohr.
Also flugs eine Ölabsaugvorrichtung gefrickelt:
Basis ist eine Saftflasche mit großem Deckel, in den ich mit 5-Minuten-Epoxy zwei Schlauchstutzen eingeharzt habe.
Ein Schlauch kommt in das Peilstabrohr.
Der andere in eine Vakuumpumpe
Leider steht die in der Firma - und ich muss ja vor
der Fahrt zur Arbeit noch Öl absaugen. Das Öl mit dem Mund
auf Lunge zu saugen
fällt aus gesundheitlichen
Gründen aus.
Hm, dann halt die Heimwerkerlösung: Die Luftmatratzenpumpe
kann doch auch saugen!
Hier die komplette Ölabsaugvorrichtung:
Nach 2 Pumpenhüben ist bereits der Schlauch am Ende seiner Kraft:
Unterdruck scheint also vorhanden zu sein. Allerdings kommt das Öl nur seeehr langsam.
Kaltes Öl ist doch recht zähflüssig! Aber nach 20min Pumpen ist der halbe Liter draußen und alles wieder im Lot.
Nächstes Mal bin ich bestimmt vorsichtiger!

Die Waschmaschine spinnt. "Sieh dir das mal an" , sagt meine Frau
und zeigt auf den Korb frisch gewaschener Wäsche.
Äh - und?
Ich sehe feuchte,
frisch gewaschene Wäsche - was ist falsch?
"Die ist nicht feucht, die ist pitschnass! Die olle Maschine schleudert nicht richtig! Wie lang soll das jetzt dauern, bis die trocken ist?'
Ok, das ist doch mal eine konkrete Fehlerbeschreibung.
Ich habe also
keine Ahnung, wonach ich suchen soll.
Könnte irgendwas mit den unzähligen
Sensoren in der Mühle sein. Oder das Hirn ist abgesoffen (Platine nass).
Oder ein Wackler im Kabel.
Also erstmal alle Schrauben raus und das Gehirn freigelegt.
Volltreffer!
Die Platine ziert ein deutlicher Schmutzstreifen:
Im Detail sieht das so aus:
Die Bestückungsseite will ich denn auch gleich mal vorstellen:
Was bietet die Platine denn so: Am Rand ein Relais (für
die Heizung). Ungefähr in der Mitte eine schnelle Diode, die zusammen mit der braunen
Spule, den Elkos und dem 8-poligen PWM Chip (TOP209p) ein Schaltnetzteil
bilden. An der Seite der Prozessor und ein Treiber-IC (ULN2004, 7xDarlington)
.
Die blaue Scheibchen sind Varistoren und schützen die Magnetventil-Ausgänge.
Schade, der Prozessor
ist wohl was firmeneigenes.
Hätte ja auch irgendwas bekanntes (AT-Mega, PIC) sein können, und damit wäre der Traum von eigenen Anpassungen der Steuersoftware in greifbare Nähe gerückt.
Das glänzende ist der Kühlkörper für den Triac, drunter drei Teile, die wohl 12V Relais sind (2 für Drehrichtungsumkehr, 1 wahrscheinlich für die Laugenpumpe).
Hier noch ein paar schmutzige Details:
Mit Druckluft, etwas Spiritus und einem Lappen ließ sich der Dreck
- was immer das auch war - leicht entfernen.
Damit so was nicht wieder zu Störungen
führt, hab ich die Platine mit einem Schutzlack überzogen. Glänzende Aussichten:
Klar wurden die Steckkontakte vorher abgeklebt...
Der erste Probelauf war erfolgreich: Die Wäsche war 1a geschleudert und damit fast trocken.
Operation gelungen - Patient wohlauf!
Das gibt natürlich ein ![[Bild WAF-Gruen]](waf_g.gif)
Dann will ich mal
hoffen, dass damit der Fehler wirklich behoben ist. Die nächste Woche wird es
zeigen...

War ja klar,
dass es nicht so einfach wird. Nach 2 Wäschen war das Problem wieder da. Während
ich Zwecks Fehleranalyse auf schmutzige Wäsche warte, habe ich mir mal die Platine
näher angesehen.
Der folgende Abschnitt kann von allen, die nicht Details über die Bauteile in einer Waschmaschinensteuerung wissen wollen, einfach übersprungen werden. Ihr verpasst nix!
Die Bauteile zu fotografieren war ein leichtes. Herauszufinden, was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt und alle Datenblätter zu besorgen, ein abendfüllendes Programm!
Hier ein Satz Fotos:
Die Bauteile bedeuten folgendes:
Z9s: 1A Triac im SOT-223 Gehäuse.
10mA Empfindlichkeit,700V
BTB16-700BW: Triac, 16A, 700V, Snubberless, 10..50mA Empfindlichkeit
A8J: NPN-Transistor mit 4K7 Basis-Vorwiderstand und 4K7 Basis-Emitterwiderstand
ULN2004A: 7 Darlington Transistoren 500mA/50V mit Freilaufdioden an gemeinsamer
Masse (Pin 9) und 10K Basisvorwiderstand
5Cp: PNP-Transistor BC807-40 im SOT23
Gehäuse
K275: Varistor, 07=7mm Scheibendurchmesser, max. 275V AC, K= +-10%
Toleranz (1mA) 0152: 52.Woche 2001
TL431: programmierbare Referenzspannungsquelle
V6340R: Ultra-Low-Cost Microprocessor Reset. R=Threshold Voltage=4.4V, Open
drain, Reset active low
EWM2000 MCU ist wohl eine 68hc05B von Motorola
Ohne Bild:
6s: NPN-Transistor BC817-40 im SOT23 Gehäuse
TOP209: Netzteil-Schaltregler (Three-terminal Off-line PWM Switch) - Ein geniales Dreibein
im DIP-8 Gehäuse.
Da die Waschmaschine im Bierkeller steht, habe ich wenig Probleme gehabt, längere Zeit vor dem Apparat auszuharren, um das Fehlverhalten genauer zu studieren. Das Ergebnis: Die Mühle versucht dauernd im Schleudergang zu waschen.
Ah! Also funktioniert die Motorwicklungsumschaltung nicht. Dafür sind 3 Relais und drei
A8J-Transistoren zuständig.
Also ist entweder so'n
popliger Transistor verreckt, oder ein Relais hängt.
Das lässt sich ja
rausfinden.
Erstmal hab ich die Platine so platziert, dass ich im Betrieb messen
kann.
An die Lötpunkte der Relaisspulen hab ich ein paar Drahtstücke
gelötet und Messgeräte drangeklemmt.
Jetzt Wäsche rein, eingeschaltet und schon nach wenigen Minuten trat der Fehler auf. Die Messgeräte zeigen:
Nur das mittlere Relais hat Saft. Also hängt entweder dieses Relais oder einer der anderen Transistoren ist platt. Als Indikator dient eine 230V Glimmlampe zwischen Arbeitskontakt und gemeinsamen Kontakt des Relais.
Beim einschalten leuchtet die Glimmlampe. Aber merkwürdigerweise reagiert die Maschine jetzt nicht mehr auf die Start Taste!???
Hab' ich nicht verstanden. Also hab ich das Ding vom Arbeitskontakt
auf den Ruhekontakt gelegt - jetzt startet sie ( klar, die Glimmlampe ist ja vom Relais kurzgeschlossen).
Die Glimmlampe leuchtete nicht - also klebt das Relais nicht am Arbeitskontakt.
Als dann das Relais anzog,
bin ich nicht mehr dazu
gekommen, darauf zu achten, ob die Glimmlampe an geht. Ich war viel zu sehr mit Adrenalinausstoß
und zurückspringen beschäftigt. Das lag hauptsächlich an dem lauten Knall - aber
auch an dem fiesen Gestank nach verschmortem Elektrozeugs.
Die Hoffnung wird schon nicht so schlimm sein wurde durch einen Blick auf die Bestückungsseite zerstört:
Alle Relaistreiber haben den Blick auf ihr ehemaliges Innenleben freigegeben. Der Prozessor macht keinen Piep mehr, das Display und alle LEDs bleiben dunkel.
Das war's dann wohl...
Jetzt hab ich wenigstens den Kühlkörper demontiert und die Relais ausgelötet.
Nachmessen ergab: Alle 3 Relais arbeiten einwandfrei. Es war also wahrscheinlich nur einer der Transistoren - und vielleicht die Freilaufdiode defekt. Keine 10 Cent Material!
Nun habe ich also eine 5 Jahre junge hirnlose Waschmaschine. Und immer noch keine Ahnung, warum es geknallt hat!
Statt heute fröhlich zu basteln muss ich nun losziehen und mich für einen neuen Waschvollautomaten entscheiden - und meiner Frau das schonend beibringen. Denn leider kennt noch nicht mal der Hersteller diese "alte" Steuerung. Auch stundenlange Suche im Internet förderte keine Möglichkeit zum Ersetzen der Platine zutage.
Über die Beurteilung der Reparaturaktion
mit ![[Bild WAF-Rot]](waf_r.gif)
brauche ich hier wohl nicht lange reden...
Für mich stellt sich jetzt die Frage: Ausschlachten und den Rest
an die Straße stellen, oder reinknien und eine eigene Steuerung zu
entwickeln. Eine voll funktionsfähige Hardwareplattform mit allen Sensoren
ist ja vorhanden! Wann hat man schon mal diese Chance!
Herauszufinden, wie die Sensoren
arbeiten, sollte machbar sein. Aber wie man die Ventile, Pumpe und Motor am geschicktesten ansteuert,
um das gewünschte Waschergebnis zu erzielen, könnte einige Nerven kosten! Und da ist
wohl einiges Fingerspitzengefühl
nötig!
Die Waschmaschinenreparatur
hat nun eine eigene Seite.

Mein babyblauer Toastbrotröster hat Rauchzeichen
in einem mir unbekannten Indianerdialekt gegeben.
Sollte wohl "Ersetz mich"
heißen.
Im Inneren hat's kräftig gefunkt, es kam eine Qualmwolke
raus und dann war das Teil tot.
Der Hersteller scheint die Idee nicht gut zu finden, dass man selber Wiederbelebungsversuche macht und hat Spezialschrauben benutzt.
Mistkerle. Also flugs den Schraubendreher passend geflext und schon geht die Schraube raus
Drinnen überraschte mich ein fehlender Quadratzentimeter Platine - totale Asche. Und der Hauptschalter nebst Zuleitung zur Heizwendel hatte sich selbst ausgelötet. Da ist die Hitze aber an völlig falscher Stelle entstanden. Dieses Stück Leiterbahn war total unterdimensioniert! Ich habe da so eine Idee, warum der Hersteller Spezialschrauben genommen hat...
Ein Schelm wer böses dabei denkt. Herausforderung angenommen!
Mit etwas Lochraster geschient und einer Portion 5-Minuten-Epoxy vergipts war der Patient in Minutenschnelle wieder auf den Beinen.
Etwas Litze auf beiden Seiten und viel Lötzinn sorgen für eine gute Verbindung.
Nun toastet er wieder! ![[Bild WAF-Gruen]](waf_g.gif)
Ach ja - der Chip ist
mal kein NE555 sondern ein programmierbarer Timerbaustein,
der mir sehr sympatisch ist.
Deshalb gleich ein Link zum Datenblatt
HCF4541 
Bei der Herstellung dieser weitgehend lactosefreien Geburtstagstorte
roch es in der Küche plötzlich angebrannt und unter der abgeschalteten der Küchenmaschine war weißer Nebel zu sehen.
Trotz gezogenem Netzstecker qualmte das prächtig weiter - hust.
Wieso brennt das bei mir eigentlich häufiger in der Küche als in der Werkstatt?
Irgendwann hat's aufgehört und ich habe den Kasten aufgeschraubt. Ergebnis: nix kaputt. Aber jede Menge Mehl im Gehäuse und Teile des Mehls waren anständig verkohlt. Ein Schwelbrand!
Mit Pinsel und Pressluft habe ich die Maschine gesäubert - und sie läuft wieder einwandfrei!
Also heißt dieses Rauchzeichen wohl: Reinige mich
auch von innen! Muss ich mir merken... 
Nach 9 Jahren hat mein Micra das erste mal Mängel beim Tüv: Der hintere Auspufftopf hat durch Rostbefall etwas gelitten und wo das Rohr in den Topf geht pfeift es raus, weil das Rohr abgerissen ist.
Eigentlich sieht die restliche Auspuffanlage noch ganz gut aus. Und das Rohr könnte man natürlich wieder dranbraten - aber dazu muss der Pott heile raus und das dürfte nach 9 Jahren problematisch werden. Außerdem hält das wahrscheinlich nur 1 Jahr, dann ist die nächste Stelle weggegammelt. Und ich habe echt keinen Bock auf's schweißen. Schon gar nicht auf durchgerostetem Blech.
Also habe ich dem guten Wagen
einen kompletten neuen Auspuff incl. Dichtungen spendiert. Dann habe ich vielleicht
wieder 9 Jahre Ruhe.
Sowas wechselt man ja in 30 Minuten - dachte ich.
24 Stunden habe ich Rostlöser auf die 4 Schrauben, welche die Rohre verbinden, einwirken lassen. Drei gingen daraufhin los, die vierte halt nicht. Irgendwann hatte ich sie rund genug, so dass ich mit der Flex bei mußte.
Der neue Auspuff war dann nach 'ner Stunde auch wirklich drin und ich wollte das Teil grade von der Hebebühne lassen, als einem Kollegen das neue Endrohr auffiel, welches direkt gegen die Plastikstoßstange bläst.
Da gab es einen feinen Unterschied zwischen Original und Nachbau:
Der Topf braucht ein abgewinkeltes Endrohr.
Grummel. Also den ganzen Klumpatsch wieder ausgebaut.
Es sind 20Km nach Hause und ich habe keinen Auspuff. Das richtige Teil müßte bestellt
werden und ich hätte tagelang kein Auto.
Alles Kacke. Also selber machen. Hm, aber
wie soll ich das neue Rohr jetzt um 90° biegen? Oder Flex ich ein Stück aus der Stoßstange?
Alles Quatsch. Das alte Endrohr ist noch ganz gut und wird deshalb einfach transplantiert.
Das einzige was man draußen von der nagelneuen Auspuffanlage sieht ist nun also das alte Endrohr. Echt prima!
Ein wenig Zinkspray drauf - wer weiß wofür's gut ist. Schon sieht's wenigstens halbwegs aus wie neu...
Aufgrund der permanent tiefschwarzen Hände hatte ich die Kamera zwischendurch nicht mehr angefasst, deshalb gibt's auch leider keine weiteren Fotos von der Aktion.

Da der Wagen schon mal auf der Hebebühne war, habe ich auf beginnenden Roststellen, Pfalze und in die Hohlräume Fluidfilm gesprüht und gepinselt. Damit sollte der Wagen die nächsten 2-3 TÜV-Termine rostmäßig problemlos überstehen.
Das Zeug ist wirklich genial. Es basiert auf Schafswollfett, stinkt nicht und ist völlig ungiftig. Der Boden sieht nun zwar total versifft aus, aber der Kram hält den Rost wirkungsvoll zurück.
Mal echt was anderes als das eklige Bitumen-Unterbodenschutz-Zeug mit dem ich früher hantiert habe. Man kann damit sogar seine Schuhe putzen oder die Motorradkette schmieren. Und als Polfett für die Batterie taugt's auch!

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